Einführung zum Markus-Evangelium
Einführung zum Markusevangelium
Wenn man das Markusevangelium in einem Satz zusammenfassen müsste, könnte man sagen:
Markus zeigt Jesus als den mächtigen Diener Gottes, der gekommen ist, um die Menschen zu retten und sein Leben für sie hinzugeben.
Wer war Markus?
Der Verfasser wird seit den ersten Jahrhunderten der Kirche mit Johannes Markus identifiziert (Apostelgeschichte 12,12). Er war kein Apostel und gehörte nicht zum engsten Kreis um Jesus. Nach alter kirchlicher Überlieferung war Markus ein enger Mitarbeiter des Apostels Petrus und schrieb dessen Erinnerungen und Predigten nieder.
Dadurch erhält das Evangelium einen sehr authentischen und unmittelbaren Charakter.
Wann wurde das Markusevangelium geschrieben?
Die meisten Bibelwissenschaftler datieren das Evangelium auf etwa 60 bis 70 n. Chr.
Viele gehen davon aus, dass es das älteste der vier Evangelien ist und den späteren Verfassern von Matthäus und Lukas als wichtige Quelle diente.
Es entstand vermutlich für Christen im römischen Umfeld, möglicherweise in Rom selbst.
Was wollte Markus besonders hervorheben?
1. Jesus ist der Sohn Gottes
Schon der erste Vers nennt das Hauptthema:
"Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes." (Markus 1,1)
Markus beweist diese Aussage nicht durch lange Lehrreden, sondern durch Ereignisse:
-Heilungen
-Wunder
-Dämonenaustreibungen
-Naturwunder
-Auferstehung
Die Frage zieht sich durch das ganze Buch:
Wer ist dieser Jesus wirklich?
2. Jesus ist der Diener
Während Matthäus vor allem den König zeigt und Johannes den ewigen Gottessohn, zeigt Markus besonders den dienenden Jesus.
Jesus ist ständig unterwegs:
-er hilft
-er heilt
-er sucht Menschen auf
-er dient
-er opfert sich
Der Schlüsselvers des Evangeliums lautet:
"Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele." (Markus 10,45)
Dieser Vers ist gewissermassen die Überschrift über das ganze Buch.
3. Nachfolge hat ihren Preis
Markus verschweigt die Schwierigkeiten des Glaubens nicht.
Die Jünger:
-verstehen Jesus oft nicht
-machen Fehler
-haben Angst
-versagen
Trotzdem gibt Jesus sie nicht auf.
Darum ist Markus für gewöhnliche Christen besonders ermutigend: Gott arbeitet mit unvollkommenen Menschen.
Was unterscheidet Markus von den anderen Evangelien?
Markus ist das kürzeste Evangelium
Matthäus: 28 Kapitel
Markus: 16 Kapitel
Lukas: 24 Kapitel
Johannes: 21 Kapitel
Markus kommt schnell zur Sache.
Markus berichtet wenige lange Reden
Die Bergpredigt fehlt.
Viele Gleichnisse fehlen.
Stattdessen schildert Markus Taten Jesu.
Man könnte sagen:
Matthäus zeigt mehr, was Jesus lehrte. Markus zeigt mehr, was Jesus tat.
Markus schreibt sehr lebendig
Immer wieder verwendet er Ausdrücke wie:
-sofort
-sogleich
-unverzüglich
Man gewinnt den Eindruck, mit Jesus von Ort zu Ort zu laufen.
Das Evangelium hat ein hohes Tempo.
Markus legt starken Schwerpunkt auf die letzten Tage Jesu
Ein grosser Teil des Evangeliums beschreibt:
-den Weg nach Jerusalem
-Leiden und Kreuzigung
-Auferstehung
Markus macht deutlich:
Das Kreuz steht im Zentrum des Evangeliums.