58)Gruben in der Wüste

Eine Andacht zur einer alttestamentlichen Geschichte (2. Könige 3,16–20)

Wenn das Leben trocken wird
Drei Könige stehen mit ihren Heeren in der Wüste.
Die Vorräte sind aufgebraucht, die Tiere schwach, die Männer verzweifelt.
Kein Wasser. Keine Wolke. Keine Aussicht auf Rettung.

Genau dort spricht Gott durch Elisa diesen Satz:
„Macht in diesem Tal Grube an Grube… Ihr werdet keinen Wind sehen und keinen Regen sehen; dennoch wird dieses Tal voll Wasser werden.“

Dieser Satz klingt schon fast mehr als widersinnig.
Ein Satz, der nur Sinn ergibt, wenn man wirklich an einen Gott glaubt, der allmächtig ist.

Glaube beginnt in dieser Geschichte nicht im Überfluss, sondern in einer verzweifelten Leere.

Die Symbolik könnte sein:
Gott füllt, was wir ihm hinhalten
Die Männer graben.
Sie schaffen Raum, den sie selbst nicht füllen können.
Sie handeln im Vertrauen, nicht im Schauen.

Und dann geschieht das Wunder:
Kein Regen fällt.
Kein Wind kommt auf.
Kein spektakuläres Zeichen am Himmel.

Und doch füllen sich die Gruben mit Wasser.
Unaufhaltsam.

So wirkt Gott manchmal bis heute:
Er füllt die Räume, die wir ihm öffnen.
Nicht immer sichtbar, nicht immer sofort, aber für ihn immer zur richtigen Zeit.

Die Wüste kann ein Bild sein für unser Inneres:
-manchmal erschöpft
-manchmal leer
-manchmal hart
-manchmal hoffnungslos

Doch Gott in seiner unendlichen Liebe sagt:
„Mach Raum – ich werde ihn füllen.“

Seine Liebe ist nicht begrenzt durch unsere Schwächen und unseren Unglauben.
Sie ist nicht abhängig von unserer Glaubensstärke.
Sie ist nicht gebunden an unsere Vorstellungen.

Gottes unendliche Liebe findet jeden Menschen,
jede Wüste, jede Geschichte.
Sie hört nicht auf, bis alles heil ist.

Die Gruben können zeigen:
Gott füllt, was leer ist.
Gott heilt, was verletzt ist.
Gott erreicht, wen wir längst aufgegeben haben.

Hilfe aus einer Richtung, die wir nicht erwarten
Das Wasser kam „von Edom her“ – aus einer Richtung, die niemand auf dem Radar hatte.

So wirkt Gott. Er rettet auf Wegen, die wir nicht sehen.
Er überrascht uns, wo wir nur Grenzen sahen.
Er bringt Leben in Herzen, die wir für verloren hielten.
Er zeigt seine Liebe dort, wo wir nur Wüste sahen.

Gottes unendliche Liebe ist grösser als unsere Erwartungen
und tiefer als unsere Sorgen.

Für heute
Vielleicht gibt es in deinem Leben:
-eine Sorge, die drückt
-eine Beziehung, die trocken geworden ist
-ein Glaube, der müde ist
-ein Mensch, den du liebst und der sich entfernt hat

Dann spricht Gott auch zu dir:
„Grab eine Grube.
Mach Raum.
Ich werde füllen.“

Denn seine Liebe und seine Allmacht ist unendlich.