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64)Enge Pforte

Die enge Pforte – dein persönlicher Weg ins Weite
Es ist eine merkwürdige, aber interessante Spannung: Jesus spricht von einer engen Pforte, aber wer diesen Weg geht, findet Weite.
Nicht im Sinn eines jenseitigen Ortes, sondern im Sinn einer inneren Gewissheit und Ruhe.

In Lukas 13,23 stellt jemand an Jesus die Frage:
„Herr, sind es wenige, die gerettet werden?“
Jesus antwortet nicht mit Zahlen. Er antwortet in einer Bildsprache:

„Ringet danach, durch die enge Pforte einzugehen.“

Diese Bibelstelle - eingebettet in das Bild vom schmalen und breiten Weg - wird von gewissen Bibelauslegern oftmals verwendet, um Angst
und Abhängigkeit zu erzeugen.
Dies geschieht nicht immer bewusst. Sondern ihre eigenen inneren Bilder verleiten sie dazu.
Die Antwort Jesu ist ganz anders.
Sie entspricht seinem Wesen und dem Wesen Gottes.

Die enge Pforte ist kein Drohbild
Sie ist kein Tor, das Menschen ausschließt.
Sie kann ein Bild für Eigenverantwortung sein.
Den eigenen Weg zu finden und zu gehen.
Oder eine Sicht für das, was auf deinem eigenen Weg wesentlich ist.
Für deine ganz persönliche Berufung.
Für das, was wirklich deine von Gott gegebene - einzigartige Persönlichkeit ausmacht.

Das kann heissen:
„Die enge Pforte ist der Weg zu meiner wirklichen Bestimmung“.

Und jüdische Denker würden etwa ergänzen:
„Die enge Pforte ist der Ort, an dem ich dem lebendigen Gott persönlich begegne – im Heute - im Jetzt .“

Die weite Straße ist die Zerstreuung
Nicht unbedingt einfach böse, oder sündig – vielleicht nur: zerstreut.
Ein Leben, das sich verliert in Erwartungen, Rollen, Ängsten, Ablenkungen.
Ein Leben, das nicht mehr weiß, was es eigentlich will.

Die enge Pforte dagegen ist der Moment,
in dem du ehrlich wirst:
mit dir,
mit Gott,
mit dem Menschen, der vor dir steht.

Die enge Pforte ist persönlich
Für jeden Menschen sieht sie anders aus:

Für den einen ist es der Mut, Nein zu sagen.

Für den anderen der Mut, Ja zu sagen.

Für manche ist es die Entscheidung, endlich zu vergeben.

Für andere die Entscheidung, endlich Grenzen zu setzen.

Für manche ist es die Rückkehr zu einem Menschen, dem man ungerechterweise den Rücken gekehrt hat.

Für andere der Abschied von einer Last.

Die enge Pforte ist der Punkt, an dem du nicht mehr flüchtest.
Der Punkt, an dem du durchgehst, obwohl es eng ist.
Und gerade dort wird es weit.

Die Rettung ist ein Lebensstil
Im Neuen Testament bedeutet „Rettung“ oft:
heil werden, ganz werden, aufgerichtet werden.

Nicht später – jetzt.
Nicht irgendwo – hier.
Nicht als Belohnung – als Weg.

Die enge Pforte ist der Weg,
auf dem du heil wirst,
weil du wahr wirst und dadurch echt.

Schlussgedanke
Die enge Pforte ist kein Ort der Angst.
Sie ist der Ort, an dem du dein ganz persönliches Leben findest - und zurückgewinnst.
Der Ort, an dem du Gott im Heute begegnest.
Der Ort, an dem du dich selbst wirst.

Und wer durch diese Pforte geht,
findet nicht Enge,
sondern Weite.