13)Der Richter, der vergibt
Am Kreuz, inmitten von Schmerz und Spott, spricht Jesus Worte, die die Welt erschüttern: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lukas 23,34)
Diese Worte sind keine Schwäche, sondern Ausdruck göttlicher Stärke. Jesus, der Sohn Gottes, hängt dort nicht als Opfer menschlicher Willkür, sondern als derjenige, dem alle Macht gegeben ist – der Richter der Welt. Und dieser Richter spricht nicht zuerst das Urteil, sondern das Erbarmen.
Der Richter ist voller Gnade – aber nicht gleichgültig
Es ist eine tiefe Wahrheit: Jesus ist der Richter, vor dem sich jedes Knie beugen wird (Philipper 2,10). Doch dieser Richter kennt unser Herz, unsere Zerbrechlichkeit, unsere Verirrungen. Seine Gerechtigkeit ist nicht kalt, sondern durchdrungen von Liebe. Jesus ist ein Richter, der die Menschen aufrichtet. Der Blick auf sein Leben als Vorbild auf dieser Welt bestätigt dies deutlich.
Aber: Gnade bedeutet nicht Beliebigkeit.
Jesus vergibt – ja. - Aber er nimmt auch die Schuld ernst. Am Schluss ist nicht alles egal. Aber er weiss auch, dass kein Mensch unschuldig ist. Unsere Taten haben Gewicht. Unser Leben hat Bedeutung. Weil Gott gerecht ist, wird er dies beim Gericht berücksichtigen. Aber er wird niemanden endlos quälen, wie es leider heute noch von ganz besonders frommen Menschen behauptet wird. Davor müssen wir definitiv keine Angst haben.
Jesus ruft uns nicht zu einer Perfektion auf, die kein Mensch erfüllen kann. Sondern er lädt uns ein, zu ihm zu kommen. Denn selbst wenn wir versagt haben - er steht da – mit offenen Armen, bereit zu vergeben. Kein Mensch ist ohne Schuld. Deshalb ist Jesus gekommen und hat den Weg der Erlösung für alle Menschen auf sich genommen.
Einladung zum Leben in Wahrheit und Gnade
Diese Andacht ist eine Einladung: Lass uns leben in der Gewissheit, dass Jesus der Richter ist – aber auch ein Richter, der für uns gestorben ist und uns erlöst hat. Lass uns leben mit dem Wissen, dass unsere Entscheidungen zählen – und dass wir immer wieder neu anfangen dürfen.
Gebet
Herr Jesus Christus, Du bist der Richter der Welt – und doch hast Du am Kreuz gesprochen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Danke für deine unbegreifliche Gnade und Liebe.
Hilf uns, unser Leben in Verantwortung zu führen. Lass uns erkennen, dass unsere Taten Gewicht haben. Schenke uns immer wieder den Mut zur Umkehr und zum Vertrauen.
Sei Du unser Maßstab, unsere Hoffnung und unser Ziel. Amen.