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42)Feindesliebe

Feindesliebe – Die Revolution der Gnade
„Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“ – Matthäus 5,44 „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ – Matthäus 22,39

Jesu radikale Einladung
Jesus ruft nicht nur zur Nächstenliebe auf – er geht weiter: Er fordert Liebe selbst gegenüber den Feinden. Diese Liebe ist keine Emotion, sondern eine Entscheidung zur Güte, zur Barmherzigkeit, zur Hoffnung.

Feindesliebe ist göttlich: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ (Lk 6,36).

Feindesliebe ist aktiv: „Tut Gutes denen, die euch hassen“ (Lk 6,27).

Feindesliebe ist betend: „Betet für die, die euch beleidigen“ (Lk 6,28).

Nächstenliebe als Maßstab - Abgrenzung mit Liebe
Jesus verbindet die Gottesliebe mit der Liebe zum Nächsten – und setzt dabei einen überraschenden Maßstab: „wie dich selbst“.
Selbstfürsorge ist kein Egoismus, sondern Voraussetzung für gesunde Nächstenliebe.
Wer sich selbst achtet, wird auch Grenzen setzen können – ohne zu hassen.
Die Liebe zum Nächsten ist für uns Menschen nicht grenzenlos verfügbar. Jesus fordert keine Selbstvernachlässigung.
Er selbst zieht sich zurück, schweigt vor Herodes, weint über Jerusalem – aber lässt sich nicht vereinnahmen.
Abgrenzung ist Teil der Liebe: Wer „den Nächsten liebt wie sich selbst“, muss auch Nein sagen können. Zu seinen eigenen Grenzen stehen können.

Nicht jeder, der uns überfordert, ist ein Feind
Einige Menschen haben übermäßige Erwartungen. Fordern vielleicht zu viel Nähe, Anerkennung, Materielles, oder Zeit von uns. Doch: sie sind keine Gegner – sondern Mitmenschen mit Bedürfnissen, die ich nicht - und vielleicht auch sonst niemend - sondern nur Gott - erfüllen kann. Menschen die vielleicht Mühe haben mit "Nähe und Distanz", oder eingeschränkt sind in der Empatie - Empfindung.
Hoffnung statt Hass
Feindesliebe ist ein Weg. Sie befreit uns vom Zwang zur Rache, zur Rechtfertigung. Beugt Bitterkeit vor. Sie öffnet Räume für Heilung – auch wenn der andere sich nicht ändert.
„Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute.“ – Mt 5,45
Diese Liebe ist nicht blind – sie sieht den Schmerz, aber entscheidet sich für das Vergeben. Sie ist der Weg Jesu ans Kreuz – und der Weg der Auferstehung.

Impuls zum Mitnehmen
Ich darf meine Grenzen - die ich von Natur aus als individueller und von Gott geliebter Mensch habe - beachten und einbeziehen. Ich muss niemanden hassen, oder mich rächen. Ich darf von Herzen beten: "Vergib mir meine Schuld, wie auch ich vergebe die Schuld des Anderen".