50)Dornen
Zwischen Dornen und Großzügigkeit – leben aus Gottes Fülle
„Sät nicht unter die Dornen.“
Jeremia 4,3
„Ein Sämann ging aus, zu säen… und einiges fiel unter die Dornen.“
Matthäus 13
Wenn Gott großzügig sät – und wir sparsam sein müssen
Jeremia ruft das Volk auf, nicht unter die Dornen zu säen.
Warum?
Weil der Mensch begrenzte Kraft hat.
Begrenzte Zeit.
Begrenzte Aufmerksamkeit.
Begrenzte Ressourcen.
Gott sagt:
„Verschwende deine kleine Kraft nicht an Orte, die dich ersticken.“
Jesus dagegen erzählt von einem Sämann, der überall sät – sogar dort, wo Dornen wachsen.
Das ist kein Fehler.
Das ist Absicht.
Denn der Sämann im Gleichnis ist nicht der Mensch.
Es ist Gott selbst.
Und Gott hat keine Angst vor Verschwendung.
Für ihn sind Dornen kein Hindernis.
Der Ewige hat keine Angst vor unfruchtbaren Zeiten.
Er sät, weil er unendlich viel Saatgut hat.
Unsere Ressourcen sind begrenzt – Gottes Ressourcen nicht
Jesus spricht an anderen Stellen sehr klar über Ressourcenschonung.
Zwei Beispiele:
„Wer die Hand an den Pflug legt und zurückschaut, taugt nicht…“
→ Fokus statt Zersplitterung.
Die fünf klugen Jungfrauen geben ihr Öl nicht ab.
→ Sie setzen Grenzen, damit das eigene Licht nicht erlischt.
Das ist kein Egoismus.
Das ist Selbstfürsorge, die Jesus hier lehrt.
Wir dürfen sagen:
„Ich kann nicht überall sein.“
„Ich kann nicht alles geben.“
„Ich darf meine Kraft schützen.“
Denn wir sind nicht der Sämann.
Wir sind der Boden, der Pflug, die Lampe.
Wir sind die, die empfangen.
Hoffnung: Gott sät auch dort, wo wir längst aufgegeben haben
Das Gleichnis von Jesus beinhaltet viele verschiedene Wahrheiten.
Eine davon ist:
Gott sät unter die Dornen, weil er weiß, dass Dornen nicht das letzte Wort haben.
Vielleicht gibt es in deinem Leben Bereiche, die du selbst längst abgeschrieben hast:
Beziehungen, die verfilzt sind
Gewohnheiten, die dich ersticken
Gedanken, die dich einengen
Lebensträume, die unter Sorgen, Scheitern und Leid begraben liegen.
Gott sieht diese Dornen – und sät trotzdem hinein.
Nicht, weil der Boden gut ist.
Sondern weil er gut, barmherzig und mächtig ist.
Seine Großzügigkeit ist größer als unsere Grenzen.
Sein Saatgut ist stärker als unsere Dornen.
Seine Geduld ist ausdauernder als unsere Erschöpfung und Schwachheit.
Die Einladung: Schütze deine Kraft – und vertraue seiner Fülle
Jeremia ruft uns zu:
„Schütze dein Herz. Säe nicht in Böden, die deine Kräfte zermürben.“
Jesus ruft uns zu:
„Vertraue darauf, dass Gott auch dort wirkt, wo du nichts mehr bewirken kannst.“
Beides zusammen ergibt ein Leben in Freiheit:
Ich darf meine Grenzen achten.
Ich darf auf Gottes grenzenlose Großzügigkeit hoffen.
Wir müssen (können) nicht alles schaffen.
Wir müssen (können) nicht überall säen.
Wir müssen (können) nicht unendlich stark sein.
Denn Gott ist der Sämann (nicht ich), der niemals müde wird.
Schlussgedanke
1. Ich darf meine Kraft schützen.
2. Gott wird trotzdem großzügig in mein (und in das Leben meiner Mitmenschen) säen.
Und irgendwo – vielleicht ganz leise – wächst schon ein neues Korn zwischen den Dornen.