51)Der Töpfer
Kurzandacht zu Römer 9 – inmitten von Missverständnissen und der Hoffnung der Allversöhnung
Viele Menschen begegnen Römer 9 mit einem mulmigen Gefühl.
Zu oft wurde dieses Kapitel benutzt, um Angst zu machen, um Gottes Liebe einzuengen oder um zu lehren, dass Gott manche Menschen für immer verwirft.
Doch solche Auslegungen widersprechen der allgemeinen Stossrichtung der Bibel, die von Anfang bis Ende auf Heil, Wiederherstellung und Gnade zielt.
Römer 9 ist kein dunkles Kapitel - sondern eine weitere Veranschaulichung von Gottes Gnade und Güte.
Der Töpfer hat Macht über den Ton
Paulus erinnert uns daran, dass wir Ton in Gottes Händen sind.
Nicht, um uns zu verunsichern, sondern um uns zu zeigen:
-Gottes Hände sind stark genug, um jeden Menschen ans Ziel zu bringen
-kein Gefäss bleibt für immer hart
-der Töpfer kann neu formen, heilen, wiederherstellen
In der allversöhnenden Sicht bedeutet das:
Gott benutzt seine Souveränität nicht um ewig zu verwerfen, sondern um letztendlich jeden Menschen zu retten!
Selbst wenn der Weg zur Errettung durch Widerstand oder Verhärtung führt.
Zorn ist nicht Gottes letztes Wort
Paulus spricht von „Gefässen des Zorns“.
Doch in der gesamten Bibel ist Zorn nie Gottes Endpunkt, sondern immer ein Durchgang.
Zorn reinigt.
Zorn enthüllt.
Zorn führt letztendlich zur Gnade und Reinigung.
So wie ein Arzt manchmal schneiden muss, um zu heilen, so wirkt Gottes Zorn heilend, nicht zerstörend.
Er ist ein Werkzeug der Liebe, nicht ihr Gegenteil.
Gottes Ziel bleibt Gnade
Römer 9 ist nur der Anfang eines Spannungs-Bogens.
Paulus führt uns weiter – bis zu diesem Höhepunkt:
„Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich über alle erbarme.“
(Röm 11,32)
Das ist der Herzschlag der Liebe Gottes:
Gottes Barmherzigkeit ist grösser als unser Widerstand.
Anwendung für heute
Vielleicht fühlst du dich wie ein „Gefäss des Zorns“ – hart, müde, leer, brüchig.
Vielleicht siehst du Menschen, die sich von Gott entfernt haben.
Römer 9 sagt dir:
Gott ist noch nicht fertig.
Mit dir nicht.
Mit ihnen nicht.
Mit der Welt nicht.
Der Töpfer arbeitet weiter.
Und seine Hände sind sanft und stark zugleich.
Kurzes Gebet
Gott, nimm die Angst aus meinem Herzen, die durch falsche Bilder von dir entstanden ist.
Forme mich neu.
Zeige mir, dass deine Hände mich und alle Menschen halten –
und dass deine Gnade das letzte Wort hat.
Amen.