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30)Heilig

Heilig, wie Jesus heilig meint
Jesus hat das Wort „heilig“ sparsam verwendet.
Und wenn er es tat, dann nie als Bezeichnung für Schriften, Regeln oder Systeme.
Er nannte die jüdischen Schriften nicht „heilig“.
Er nannte nicht einmal das Gesetz „heilig“.

Er nannte Gott heilig.
Er nannte den Geist heilig.
Und er lebte eine Heiligkeit, die nicht trennt, sondern berührt.

Während andere sagten:
„Halte Abstand, damit du heilig bleibst“,
ging Jesus näher hin.
Zu Aussätzigen.
Zu Sündern.
Zu den Unreinen.
Zu den Verlorenen.

Er zeigte:
Heiligkeit ist kein Zaun.
Heiligkeit ist eine Haltung, ein Lebensstil.
Heiligkeit heilt, statt zu sortieren.

Er sagte nicht:
„Werdet heilig wie die Schriften.“
Er sagte:
„Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.“

Er sagte nicht:
„Heiligt das Gesetz.“
Er sagte:
„Geheiligt werde dein Name.“

Er sagte nicht:
„Die Schrift macht euch heilig.“
Er sagte:
„Folgt mir.“

Ein kurzer Hinweis an uns Bibelleserinnen und Bibelleser
Die Bibel ist wertvoll.
Sie trägt Zeugnisse, Stimmen, Wege.
Aber Jesus hat sie nie „heilig“ genannt.
Für ihn war nicht der Text heilig,
sondern der Gott, der darin gesucht wird —
und die Liebe, die daraus wächst.

Eine Einladung an Christinnen und Christen
Wenn wir Jesus folgen, dann ist Heiligkeit nicht eine Bibliothek. So wertvoll, wichtig und unersetzlich die Bibel auch ist.
Sondern ein Leben in Barmherzigkeit.

Nicht die Schrift macht uns heilig,
sondern das, was Jesus uns vorgelebt hat:

-Nähe statt Abgrenzung

-Heilung statt Bewertung und Verurteilung

-Barmherzigkeit statt Reinheitsangst

-Liebe statt Gesetzlichkeit

Heilig ist, wo Gottes Liebe Gestalt annimmt.
Heilig ist, wo Menschen aufatmen.
Heilig ist, wo wir tun, was Jesus tat.