57)Dank statt Druck

Psalm 50
„Wer Dank opfert, der ehrt mich.“
(Psalm 50,23)
Das Schlusswort dieses Psalms ist gleichzeitig auch eine Zusammenfassung der im Psalm erwähnten Themen.
Dieser Psalm ist ein Spiegel für Gottes eigenes Volk – für Menschen, die glauben, gehorsam sind, spenden, dienen, missionieren.
Durchaus Menschen, die viel Gutes tun - und doch manchmal an Gottes Herz vorbeileben.

Wenn sich unsere Haltung verschiebt
Als Gesellschaft und als Einzelne, sind wir es gewohnt, zu leisten. Zu Arbeiten. (Dies möchte ich an dieser Stelle keinesfalls schlecht machen)
Wir organisieren, spenden, evangelisieren, bauen Gemeinden, führen Programme durch. Pflegen Kontakte. Usw.
Und manchmal – ohne es zu merken – rutscht unser Herz in eine Haltung, die Psalm 50 treffend beschreibt.
„Gott wird doch sehen, wie treu wir sind.“ „Wir tun doch, was er befohlen hat.“

Doch Gott sagt in diesem Psalm etwas Überraschendes:
Er braucht unsere Opfer nicht.
Er braucht unsere Leistungen nicht.

Der Missionsbefehl – oft missverstanden
Viele Christen lesen den sogenannten "Missionsbefehl" in Markus 16, oder Matthäus 28 wie eine Art Arbeitsauftrag:
Geht hin – also los, macht Programme, plant Kampagnen, produziert Ergebnisse.

Doch genau diese Haltung widerspricht dem Sinn von Psalm 50.

Denn Mission ist kein Projekt, das wir für Gott erledigen.
Mission ist die natürliche Ausstrahlung eines dankbaren Herzens.
Nicht Druck, sondern Überfluss.
Nicht Pflicht, sondern Freude.

Wenn wir "missionieren", um Gott etwas zu beweisen, sind wir wieder bei den Opfern, die er nicht braucht.
Wenn wir Dankbarkeit wirklich leben, wird dies zu einer Spiegelung seiner Liebe. Unsere Mission ist dann wirkliches Leben, das ansteckend und motivierend sein kann für unsere Mitmenschen.

Was Gott wirklich sucht
Asaph, der Verfasser von Psalm 50 bringt es auf den Punkt:
Gott sucht Dankbarkeit – תּוֹדָה (todah).
Nicht als höfliche Geste, sondern als Lebenshaltung.

Dankbarkeit hat viele Facetten. Zum Beispiel: Erkennen, dass alles was wir haben, ein Geschenk Gottes ist. Vertrauen, dass er schlussendlich der Handelnde ist.

Ein dankbares Herz ist frei, zuversichtlich, hoffend, liebend.
Ein dankbares Herz ist missionarisch – ganz ohne Druck.