60)Gute Theologie

Gute Theologie (versus Biblizismus)

Was ist gute Theologie – und was ist Biblizismus?
Gute Theologie ist Christus-zentriert.
Sie liest die Bibel durch die "Brille" von Jesus.
Gute Theologie stellt sich die Frage: wie ist die Haltung und das Vorbild von Jesus zu diesen Schriftstellen?

Biblizismus ist schriftzentriert ohne den Gottessohn und das Leben nach seinen Massstäben im Zentrum. (Liebe, Barmherzigkeit, Gnade)

Biblizismus nimmt Bibelworte zwar wörtlich, wendet sie aber nicht im Sinne Jesu an. Sondern oftmals als Macht- und Drohmittel.

Biblizismus liest die Bibel wie ein Gesetzbuch, nicht wie eine Offenbarung Gottes in der Person Jesus Christus, welcher den Menschen Gott als liebevollen Vater darstellte und selbst alles dafür tat, die Menschen zu retten durch sein Erlösungswerk.

Der entscheidende Unterschied:
Gute Theologie führt zu einer Haltung und einer Freiheit im Sinne von Jesus. Biblizismus führt zu starren Regeln, Angst und Einengung.

Jesus und die Pharisäer – zwei völlig verschiedene Arten, die Bibel zu lesen
Die Pharisäer:
-kannten die Schrift (fast) auswendig
-waren moralisch streng
-glaubten, Gott vor allem durch Gehorsam zu gefallen
-bauten Grenzen, Mauern, sprachen Ausschlüsse aus
-erzeugten Angst und geistlichen Druck

Jesus sagt über sie:
„Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; aber genau sie sind es, die von mir zeugen.“ (nach Joh 5,39)

Sie kannten die Schrift – aber verpassten den, auf den sie hinweist.

Jesus:
-heilte am Sabbat
-stellte den Menschen über das Gesetz
-zeigte Gottes Herz statt religiöser Regeln
-sprach mit Autorität, nicht mit Paragraphen
-brachte Freiheit statt Angst
Jesus zeigt auf: Wahrheit ohne Liebe ist nicht Gottes Wahrheit.

Die Jünger nach Pfingsten – ein neuer Zugang zur Schrift
-Nach Pfingsten (Sendung des Heiligen Geistes) geschieht etwas Entscheidendes:
-Sie verstehen nun die Schrift wirklich durch den Geist Jesu; so wie (in Lukas 24) es ihnen Jesus voraussagt
-Sie predigen nun die Erlösungstat von Jesus Christus, nicht mehr nur Moral und Gesetz
-Sie verkünden Gnade, nicht Drohung
-Sie öffnen die Tür für alle Völker (z.B. in Apg 10)
-Sie leben eine Theologie der Hoffnung, nicht der Angst

Ihre Botschaft enspricht nun dem Weg, dem Vorbild und der "Lehre" Jesu:
Heilung, Wiederherstellung, Versöhnung.

Aus dem Biblizismus entstand unter anderem auch die falsche Höllenlehre: (Gott foltert Menschen ewig - oder er vernichtet die meisten seiner Geschöpfe am Schluss der Menschheitsgeschichte)
Diese Lehre ist:
-angstbasiert
-moralistisch
-exklusiv
-gesetzlich
-psychologisch zerstörerisch

Sie ähnelt der Haltung der Pharisäer: (mindestens jener, die gerne mit Jesus stritten)
-viel Bibel, wenig Christus
-viel Drohung, wenig Gnade
-viel Gesetz, wenig Geist
-viel Angst, wenig Liebe

Der Kern dieser Andacht
Gute Theologie erkennt: Gott ist wie Jesus – und Jesus ist Liebe.

Jesus sagt:
„Wer mich sieht, sieht den Vater“ (Joh 14,9). Nicht: „Wer die Bibel wörtlich liest, sieht den Vater.“

Was bedeutet das für uns heute?
Wir dürfen die Bibel "durch Christus" lesen, nicht durch die "Angstbrille" der Biblizisten.

Wir vertrauen dem heiligen Geist, der Liebe von Gott - nicht den Drohungen und der Angstmacherei von Machtmenschen.

Wir verkünden Hoffnung, nicht Drohung.

Wir glauben an Gottes Sieg, nicht an Satans Enderfolg.

Wir erwarten die Versöhnung aller, nicht die Verdammnis der meisten.

Schlussgedanke
Gute Theologie führt zu einem großen Gott.
Biblizismus führt zu einem kleinen Gott.

Jesus zeigt uns den Gott, der sucht, heilt, rettet, versöhnt –
und der nicht ruht, bis alle heimgekommen sind.