9)Nikodemus
Johannes 3. 1-21
Dieser Bibelabschnitt bietet unzählige Aspekte – es wäre genug "Stoff" vorhanden für eine ganze Serie von Andachten. Doch die Gefahr ist, wie die Schriftgelehrten, zu denen Nikodemus gehörte - im Analysieren stecken zu bleiben. Jesus weist nicht auf Systeme und Gesetze hin, sondern auf das Leben.
Impuls: Verliere dich nicht im Zergliedern – sondern: Lebe aus dem Geist, von dem Jesus hier spricht.
Fragen und Antworten im Dunkeln
Der hochgebildetet und belesene Schriftgelehrte Nikodemus sucht nachts Jesus auf.
Nikodemus kommt mit viel Wissen und Fragen, aber auch mit einer Hoffnung zu Jesus. Dieser jedoch spricht von Neugeburt aus dem Geist, vom Wind, der weht wo er will und noch viel mehr Dingen, die Nikodemus in diesem Moment eigentlich gar nicht wissen will.
Das Nicht-Verstehen ist wie einTeil dieses Bibelabschnittes. Glauben ist Geschenk, nicht Leistung, Wissen, oder Einhaltung von Gesetzen und Regeln.
Impuls dazu: Du darfst mit deinen Fragen – auch im Dunkeln zu Jesus kommen. Gott nimmt dich ernst.
„Wir“
Jesus spricht plötzlich von „wir“. Dieses „Wir“ ist die Stimme des Sohnes, des Vaters und des Heiligen Geistes. Aber auch die Gemeinschaft "der vom Geist Geborenen".
Der Wind des Geistes – frei und unkontrollierbar
Der Geist von Gott ist wie der Wind: unsichtbar, frei, nicht kontrollierbar. Glauben heißt: sich bewegen lassen, statt alles verstehen zu wollen.
Impuls dazu: Öffne dich dem Wind des Geistes. Er schenkt Leben und Bewegung
Hoffnung statt Grenzen - Rettung statt Verdammung
Oft wird Johannes 3 als Grenze und Urteil gelesen: drinnen oder draußen. Doch der Kern ist Hoffnung: „Gott hat seinen Sohn nicht gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.“
Impuls dazu: Gottes Liebe ist stärker als jedes menschliche Urteil und unsere Grenzen.
Gebet
Gott, du Wind des Lebens, bewahre mich vor unnützem Wissen. Besonders vor jenem Wissen, das mit Drohung und Fehlinterpretierung in mir Ängste auslösen will an Stelle der Hoffnung. Mach mich immer wieder neu zu einem Teil deines „Wir'“. Lass mich leben und bewegen von deinem Geist, der weht, wo er will. Amen.