8)Allversöhnung ist kein Freipass zum sündigen
Überfließende Gnade
Auf der einen Seite schreibt der biblische Autor Paulus von der unendlichen und überfliessenden Gnade, die Gott allen Menschen zu Teil werden lässt. U.a. den Satz: "Wo die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden." (Römer 5. 20)
Im nächsten Kapitel betont Paulus: Diese Gnade ist nicht ein Freibrief zur Sünde. Weiter führt er aus: „Der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Röm 6,23).
Der Tod als Konsequenz?
Was jetzt? Stimmt nun das mit der Gnade, oder das mit dem Tod? Ist da nicht ein Widerspruch vorhanden?
Das griechische Wort: thanatos, das hier gebraucht wird meint mehr als nur das biologische Sterben.
Es beschreibt die zerstörerische Macht, die Sinnlosigkeit und Ausweglosigkeit, die die Sünde hervorbringt.
Tod ist hier nicht das letzte Wort, sondern die Frucht der Sünde – ein Weg, der ins Leere, in Leid und Trennung führt.
Die Gabe Gottes
Dem Tod stellt Paulus die Gabe Gottes gegenüber: „…aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Römer 5.21)
Nicht Lohn, sondern Geschenk.
Nicht Ende, sondern Anfang.
Nicht Trennung, sondern Gemeinschaft.
Die Spannung
Römer 5: Die Gnade reicht für alle – universale Hoffnung.
Römer 6: Die Sünde bleibt ernst – sie zerstört Beziehungen - vermindert Lebensqualität - bringt Leid - usw..
Brücke
Die Allversöhnung ist das Ziel, die Vollendung. Die Warnung vor der Sünde betrifft die Gegenwart. Unser Leben. Unsere Entscheidungen.
Paulus hält beides nebeneinander, damit wir Hoffnung und Verantwortung zugleich verstehen.
Anwendung für uns
Christus ist für alle Menschen gestorben und auferstanden.
Hoffnung: Auch wenn die Sünde Tod bringt, ist das letzte Wort nicht Tod, sondern geschenktes Leben aus Gnade.
Gebet
Herr, du hast uns mit deiner Erlösung durch Tod und Auferstehung aus der Macht der Sünde befreit. Trotz unserer Sündhaftigkeit schenkst du uns immer wieder neue Gnade. Hilf uns, heute als Werkzeug deiner Gerechtigkeit und Liebe zu leben. Amen.